moving culture – infos

Die Idee zum Namen „moving culture“ kommt vom Projekt „Fest für Bewegungsfreiheit“

Am 15.05.2009 hätte damals am Urban Loritz Platz ein buntes Straßenfest stattfinden sollen. Diese Kundgebung im Sinne der allgemeinen Bewegungsfreiheit wurde unter dem Vorwand recht fadenscheiniger Argumente von Seiten der Bundespolizei nicht genehmigt und am Tag der geplanten Kundgebung wurde der Ort von Polizist*innen geradezu besetzt. Die Kundgebung wurde einen Monat später (allerdings leider bei Regen) nachgeholt. Der Ablauf zeigt aber, wie wichtig das Thema Bewegungsfreiheit ist und ebenso wie schnell diese auch (in diesem Fall von der Polizei) eingeschränkt werden kann.

mehr Infos dazu unter -> http://moving1505.blogsport.de/

Unter http://movingculture.blogsport.eu/ wird das Projekt:
„moving culture- moving people“ weitergeführt;

Aktuell arbeiten wir am ersten Teil der „art attack“ Reihe; mehr dazu unter ->
http://movingculture.blogsport.eu/moving-culture-info/art-attack-bologna/

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Hier der Text, der damals geschrieben wurde und auch heute noch genauso aktuell ist:

Wir, ein Bündnis aus verschieden Gruppen, die in Wien und anderswo aktiv sind, treten in den öffentlichen Raum, um unseren Anliegen auf vielfältige und in schwarzbunte Weise Ausdruck zu verleihen.

moving culture – moving people“ Fest für Bewegungsfreiheit ist der Titel, unter dem wir diesmal unseren Protest auf die Straßen Wiens tragen.

Bewegungsfreiheit steht hierbei für vielerlei, die massive Überwachung öffentlichen Raums, die eingeschränkte Reisefreiheit vieler Menschen weltweit, die ungleiche Verteilung von Ressourcen, die fehlende Möglichkeit, gewünschte Kulturformen leben zu können und (leider) viele weitere Punkte.

Es gibt also viele Menschen, deren Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird.

Betroffen davon sind Migrant_innen. Vielen wird der Aufenthalt in den Ländern, in die sie fliehen (wollen) verwehrt. Manche scheitern an den Staatsgrenzen, ertrinken auf hoher See, oder werden „abgedrängt“ – andere werden von der Fremdenpolizei aufgegriffen und in Schubhaft gesteckt. Oder sie werden in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt. Wenn sie dann „bleiben dürfen“ gibt es eine Vielzahl an Sondergesetzen, die ihre Freiheiten einschränken und sie strukturell diskriminieren.

Betroffen davon sind Obdachlose. Wenn es nach der Stadtpolitik und vielen Bewohner_innen Wiens geht, sollen diese aus dem Straßenbild verdrängt werden. Sie passen nicht in das Bild einer modernen (touristischen) Großstadt. Sie sollen weder zahlungskräftigen Tourist_innen noch der ortsansässigen Bevölkerung durch ihre Präsenz in Erinnerung rufen, wie ungleich dieses System, an dem sie selbst auch beteiligt sind, ist. Gerade in letzter Zeit wird wieder verstärkt gegen Bettler_innen vorgegangen. Im U-Bahnbereich gibt es diskriminierende Durchsagen und in den Medien wird das Bild von organisierten „Bettelbanden“ konstruiert, um Angst und Hass weiter zu schüren.

Betroffen davon sind Fahradfahrer_innen. Ihnen wird es in dieser Stadt schwer gemacht. Auf sie wird im Straßenverkehr viel zu wenig Rücksicht genommen, oftmals wird fahrlässig geplant . Jährlich sterben deswegen Menschen auf Wiens Straßen, und selbst der Versuch, ihnen mittels “ghost bikes” Denkmäler zu setzen, wird nicht geduldet. Auch bieten Fahrräder eine reale ökologische Alternative zum massiven Individualverkehr mittels Autos und überhöhten Ticketpreisen im öffentlichen Nahverkehr. Dies gehört gefördert, damit die Stadt endlich autofrei und damit lebenswerter wird.

Betroffen davon sind Kulturarbeiter_innen. Projekte und Menschen brauchen Raum, um sich entfalten zu können. Wien ist in den Köpfen vieler Menschen mit Kunst und Kultur verbunden. Allerdings wird in dieser Stadt kaum gefördert, was nicht kommerziell oder touristisch verwertbar ist.

Als alternativ geltende Orte, wie z.B. das Museumsquartier, WUK, Arena, Flex sind etabliert, kommerziell, unflexibel und starr ausgerichtet. Die Stadt Wien verweigert seit Jahren Gelder und Ressourcen für freie Kulturprojekte. Wer verhandelt oder um Hilfe ansucht, wird wie im Falle der 2007 geschlossenen Kulturinitiative „Movimento“ ins Leere geschickt und die Stadt sieht beim Sterben zu.

Betroffen davon sind viele!


Da nicht damit gerechnet werden kann, dass die verschiedensten Einschränkungen der Bewegungsfreiheiten von der herrschenden Politik freiwillig geändert werden, müssen wir selbst dafür sorgen, dass etwas passiert.

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